360° Kamera Theta S von Rico – Vorgestellt und im Detail erklärt

Vorstellung und Test

Mit 360-Grad-Fotos und -Videos kann man ein ganz neues Gefühl davon vermitteln selbst mittendrin zu sein, da sich der Zuschauer selbst im Foto oder Video umsehen kann. Hier stelle ich euch die Theta S vor. Eine Kamera mit der das möglich ist und erkläre euch die genaue Bedienung. Von der Aufnahme bis zum fertigen Video 

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Ricoh THETA S Vollsphärenkamera (Full-HD-Video, 8GB, lichtstarkes Objektiv (F 2,0)) schwarz
49 Bewertungen
Ricoh THETA S Vollsphärenkamera (Full-HD-Video, 8GB, lichtstarkes Objektiv (F 2,0)) schwarz*
  • Vollsphärenkamera
  • Bilder und Videos als Kugelpanorama/360° Grad Aufnahme
  • 360° Fotos und Videos mit nur einem Knopfdruck; Einfaches Ansehen der Bilder und Videos durch Nutzung der App auf Ihrem Smartphone
  • In sozialen Netzwerken teilen; WLAN; Eigene Ricoh Theta Apps via API/SDK entwickeln
  • Empfindlichkeit: Foto ISO 100 bis 1.600; Video ISO 100 bis 1600; Belichtungszeit: Foto 1/6.400 Sek. bis 1/8 Sek, Video 1/8.000 Sek. bis 1/30 Sek

Letzte Aktualisierung am 22.11.2017 / *Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Was ist die Theta S? 360 Grad Aufnahmen?

Ricoh Theta S Test (4)
Die Theta S kommt mit Daten-/Ladekabel, Kurzanleitung und einer Transporthülle (nicht auf dem Foto)

Bei der Theta S handelt es sich um eine Vollsphärenkamera oder 360-Grad-Kamera. Sie verfügt über zwei gegenüberliegende Linsen die beim Auslösen beide ein Bild aufnehmen. Das Bild wird dann von der Kamera selbst zu einem Bild zusammengerechnet. Hierdurch kann man anschließend horizontal in 360° und vertikal in 180° scrollen.

Anders ausgedrückt kann man es sich so vorstellen, als ob eine Kugel mit dem aufgenommenen Bildern umspannt wird. Man selbst befindet sich in der Kugel und kann sich umsehen. Egal in welche Richtung. So als wäre man wirklich mittendrin. Ein wirklich toller Effekt.

Wie gut ist die Aufnahme in 360 Grad?

Ricoh Theta S Test (1)
Ein Bild in der App betrachtet. Hier sind lustige Spielereien möglich mit ungewöhnlichen Ansichten

Die Fotoaufnahme ist wirklich gut und durch die hohe Auflösung auch detailliert. Leider schwächelt die Videoaufnahme etwas. Es wird zwar in Full-HD aufgenommen, aber im fertigen Video sieht man immer nur einen kleineren Ausschnitt des Full HD Videos. Dadurch ist die Auflösung des im Endeffekt zu betrachtenden Videos entsprechend geringer. Wenn man es in einem Player ansieht fällt es noch nicht sonderlich auf oder stört, wenn man allerdings in voller Bildschirmgröße das Video aufruft sieht man die entsprechend zu Full HD schlechtere Qualität.

Wer hier also extreme Ansprüche an die Bildauflösung hat ist mit der Theta S also falsch beraten. Wer aber eher von der neuen Technik und den damit verbundenen Möglichkeiten begeistert ist, kommt um die Theta S nicht herum. Eine wirkliche Alternative gibt es (bis jetzt zumindest) noch nicht.

Ein Beispielvideo und -Bild ist ganz unten zu finden.

Die Daten der Theta S von Ricoh

Ricoh Theta S Test (17)
Die Höhe entspricht ungefähr der eines Smartphones. Hier im Vergleich mit einem Galaxy S5

Die Maße entsprechen ungefähr einem halbiertem Handy, also 44 x 130 x 22,9 mm. Nur in der Stärke übertrifft die Theta das Handy, was an den beiden hervorstehenden Linsen liegt. Für die Fotoaufnahme liegt die Pixelobergrenze bei 5.376 x 2.688 Punkten. Für die Videoaufnahme 1.920 x 960 Punkte bei 30 Bilder in der Sekunde. Dadurch sind ruckelfreie bzw. flüssig laufende Aufnahmen möglich. Durch einen Fixfokus sind die Aufnahmen auch immer scharf, solange sich das zu fotografierende Objekt mind. 10 cm von der Linse entfernt befindet. Der Weißabgleich ist manuel oder automatisch möglich. Ausgestattet ist die Theta S mit einem 1/4″ Stativanschluss, einer Micro-USB-Schnittstelle und einem HDMI-Anschluss.

Belichtungskorrekturen sind möglich. Gespeichert wird auf dem 8GB großen internen Speicher der nicht getauscht werden kann. Auch der Akku ist fest eingebaut. Neben dem manuellen Auslösen kann für Fotos auch eine Interfallaufnahme gestartet werden. Der kleinste Abstand zwischen den Aufnahmen beträgt 8 Sek. Gesteuert kann die Theta S manuell oder über eine Smartphone-App werden.

Datenübersicht:

  • Ricoh Theta S Test (6)
    Die Schutzhülle ist im Lieferumfang und wirklich beim Transport zu empfehlen. – Da die Linsen herausstehen besteht eine Hohe Gefahr beschädigt zu werden.

    Theta S von Ricoh ist eine Panorama-Kamera

  • Gewicht: 125g
  • Maße: 44 x 130 x 22,9 mm
  • Auflösung 12 Megapixel
  • Lichtstärke F2,0
  • Bildwinkel: 360° horizontal, 180° vertikal
  • Videoauflösung: 1.920 x 960 Pixel bei 30 Bildern in der Sekunde
  • max. Videolänge 25 min.
  • interner Speicher (ausreichend für ca. 45 min Video oder 1618 Bildern, jeweils in max. Auflösung
  • Mono Mikrofon integriert
  • integrierter Lautsprecher – nur für akustisches Auslösesignal
  • max. Auflösung Foto: 5.376 x 2.688 Pixel
  • Fixfokus – alles um die Kamera herum wird scharf aufgenommen (mindestabstand 10 cm)
  • Weißabgleich: manuell oder automatisch möglich
  • Intervallaufnahmen
  • Micro-USB Anschluss zum Datenaustausch und zum laden
  • HDMI-Anschluss
  • Stativanschluss 1/4″
  • erkennt automatisch die eigene Position und richtet das Bild entsprechend aus (egal ob die Theta horizontal oder vertikal gehalten wird, oben bleibt immer oben und unten immer unten bei der Aufnahme)
  • W-Lan
  • Steuerung über Smartphone App möglich
  • Live-Streaming ohne 360-Grad-Funktion möglich, Perspektive aus beiden Linsen wird übertragen

Bedienung direkt am Gerät

Ricoh Theta S Test (11)
Durch die vier Tasten (oder der App) wird die Kamera bedient. Die momentane Einstellung sieht man anhand der leuchtenden Symbole die erst bei angeschaltetem Gerät zu sehen sind.

Die Bedienung ist extrem einfach. Das Gerät verfügt über gerade mal vier Tasten. „Ein/Aus“, „W-Lan Ein/Aus“, Umschalttaste „Foto/Video“, alles kleine Tasten die seitlich angebracht sind und der Auslösetaste – größer und zentral am Gerät. Damit wär die Bedienung auch schon erklärt. Je nachdem wie die Theta S eingestellt ist, macht sie entweder Fotos oder Videos.

Genauere Einstellungen oder Änderungen kann man nur über die Theta App machen, womit wir zum nächsten Punkt kommen. Was gerade eingestellt ist wird durch die blau leuchtende Symbole auf dem Gerät angezeigt, die beim Einschalten wie aus dem nichts auftauchen. Im ausgeschaltetem Zustand sind sie nicht zu sehen. Schon edel. Bei einer Aufnahme leuten sie in rot.

Die Kamera nimmt mit beiden Linsen gleichzeitig auf und fügt das Bild intern zu einem 360 Grad Bild oder Video zusammen. Dabei ist sie schlau genug, sich selbst aus dem Bild rauszuschneiden. Die Übergänge an denen die beiden Bilder zusammengefügt werden fallen meist gar nicht auf. Die Kamera mach hier echt einen guten Job. Nur wenn die Lichtverhältnisse vor und hinter der Kamera unterschiedlich sind, sieht man das auch leicht an den Bildübergängen. Dies lässt sich aber nicht vermeiden und stört auch nicht.

Bedienung mit der Theta App

Ricoh Theta S Test (2)
Startbildschirm der App. Wenn man erstmal weiß was sich unter den einzelnen Symbolen befindet ist die Bedienung sehr einfach.

Die App kann man sich ganz normal im App-Store laden. Man findet sie für Android oder für Apple-Systeme. Die Theta S fungiert als W-Lan-Router und wird problemlos vom Handy erkannt. Es muss nur der Schlüssel (an der Unterseite der Kamera notiert) eingegeben werden. Ist dies einmal erledigt, muss zukünftig nur noch die App gestartet und mit einem Wisch nach unten die Verbindung aufgebaut werden. Selbstverständlich müssen beide Geräte hierfür eingeschaltet und das W-Lan aktiviert sein.

Über die App findet man auch einen Link zu der Online-Bedienungsanleitung die man im „Normalfall“ gar nicht braucht, denn auch hier ist die Bedienung recht einfach. Nur die Symbole die die verschiedenen Funktionen der App steuern sind nicht auf den ersten Blick klar. Wenn man aber einmal drauf geklickt hat wird klar was hier gemacht werden kann und weiß es dann auch zukünftig.

Hier können nun die entsprechenden Einstellungen ausgeführt werden. Auflösung von Foto- oder Videoaufnahme kann geändert werden, Intervallaufnahmen können zeitlich eingestellt werden, Iso-Zeiten, Belichtung und mehr… Natürlich kann auch von hier vom Foto- in den Video-Modus geschaltet werden (und umgekehrt) ohne die Theta S selbst zu berühren. Fotos können ausgelöst werden und Videoaufnahmen gestartet und gestoppt. Man hat auch die Möglichkeit die entsprechenden Ergebnisse direkt in den sozialen Medien zu posten.

Bilder und Videos können über die App kontrolliert werden, da man sich live (mit kleiner Verzögerung) das Bild anzeigen lassen kann. Aufgenommene Bilder lassen sich auch über W-Lan auf das Handy übertragen und dort betrachten oder in den sozialen Netzwerken teilen.

Daten am Computer verarbeiten

Ricoh Theta S Test (13)
Auf die herausstehenden Linsen sollte man aufpassen. Man sieht hier auch die Mikro- und Lautsprecheröffnungen.

Am Computer angeschlossen wird die Theta S als Wechseldatenträger erkannt und kann dementsprechend benutzt werden. Die Bilder und Videos lassen sich einfach auf den Rechner verschieben. Um sie aber in 360° ansehen zu können braucht man ein kleines Programm von Ricoh, die man auf ihrer Homepage kostenlos downloaden kann. Hier der Link.

Es handelt sich um einen Player der die 360 Grad Aufnahmen anzeigen und umwandeln kann. Nachdem man die Daten von der Kamera auf die Festplatte gespeichert hat öffnet man den Player. Um ein Bild dort anzusehen zieht man das entsprechende Bild (die Datei) einfach in den Player. Mit Videos funktioniert es genauso, allerdings wandelt der Player das hereingezogene Video erst um und speichert die neu erstellte Datei. Diese wieder in den Player gezogen kann man sich im Video, wie gewünscht, umsehen. Dieser Schritt ist bei den Videos auch für einer Bearbeitung im Videoschnitt nötig.

Videoschnitt von 360-Grad-Aufnahmen

Ricoh Theta S Test (5)
Die Fotoaufnahme über die App. Im oberen Bereich kann eine Vorschau eingeblendet werden. Unten kann Beleuchtung und Iso verändert werden.

Wie gerade erklärt muss die Videodatei zuerst umgewandelt werden. Die umgewandelte Datei kann nun ganz normal in einem beliebigen Videoprogramm bearbeitet werden. Fotodateien sind schon bereit für den Videoschnitt und müssen nicht umgewandelt werden.

Da das Bild, das später ja eine Kugel-Form hat, aufgeklappt wurde, ist es dementsprechend verzerrt. Daran darf man sich nicht stören. Will man allerdings normale Bilder oder Schrift einblenden muss man dies berücksichtigen. Passt man die Schrift nicht an, wird sie auch etwas verzerrt. Außerdem muss man bedenken die Schrift nicht zu groß zu gestalten, da man bei dem finalen Video ja immer nur einen kleinen Teil des gesamten Bildes sieht. Wenn man im Videoschnitt also eine Schrift über das gesamt Bild einblendet, ist diese entsprechend verzerrt und man muss sich im finalen Video komplett umsehen um die Schrift lesen zu können.

Da die Aufnahme nicht ganz dem Verhältnis 16:9 entspricht hat man bei und nach der Videobearbeitung oben und unten einen schwarzen Balken, der dann auch im Video als schwarzer Punkt zu sehen ist. Je nach Videoschnittprogramm kann hier die Videogröße evtl. angepasst werden (auf die entsprechende Größe der Originaldatei) oder man verschiebt das Bild nach oben oder unten um nur einen schwarzen Punkt zu erreichen. Dieser wird allerdings dementsprechend größer. Ich empfehle hier das Bild nach oben zu verschieben, da ein schwarzer Punkt unten meist weniger stört und dort evtl. sowieso ein „schwarzer Punkt“ von einen Stativ sein könnte.

Will man das Video auf Youtube veröffentlichen muss es in mpeg4 erstellt werden, denn noch ist es eine ganz normales 2-dimensionales Video und muss noch einen finalen Schritt beschreiten. Damit Youtube das Video als 360° Video erkennt braucht es eine dementsprechende Information innerhalb der Datei. Youtube selbst bietet hierfür ein kleines Programm an die eben eine mpg4 Datei benötigt. Hier kann man das Programm 360 Grad Metadata kostenlos herunterladen.

Mit 360 Grad Metadata kann man die entsprechende Information für 360 Grad Videos hinzufügen. Einfach das Programm starten, die erstellte Videodatei auswählen, den Haken bei „Spherical“ setzen und auf „save as“ klicken. Diese Datei (erstellt in Sekunden) kann nun bei Youtube hochgeladen werden.

Wenn man die Original Datei der Kamera hochladen will, also ungeschnitten bzw. unbearbeitet, dann kann man sich diesen Schritt sparen. Die Original-Datei hat ja die Information für 360°. Sie geht nur bei der Videobearbeitung verloren.

Ist das Video bei Youtube hochgeladen und auch von der Seite  verarbeitet kann es trotzdem noch einen Moment dauern bis 360° funktioniert. Bei meinen Versuchen dauerte es meist noch 1-2 Minuten bis das Video richtig angezeigt wurde.

Einbinden von Bildern in die Homepage (WordPress)

Ricoh Theta S Test (8)
Die Verarbeitung ist sehr gut. Die Hülle ist sehr griffig nur etwas anfällig für Fingerabdrücke.

Natürlich gibt es bei WordPress entsprechende und kostenlose Plugins um 360 Grad Fotos anzuzeigen. Videos kann man wie gewohnt über Youtube einbinden, das sollte bekannt und dementsprechend kein Problem sein.

Für das Einbinden der Fotos nutze ich das kostenlose Plugin WP Photo Sphere. Da die Fotos in recht hoher Auflösung hochgeladen werden müssen (immer bedenken, man sieht immer nur einen Teil des Gesamtbildes und dementsprechend fällt schlechte Auflösung auf) muss man das Laden des Bildes mit diesem Plugin erst über einen Link aktivieren. Das spart Traffic und Datenvolumen für die Besucher auf der Seite. Aus diesem Grund sehr sinnvoll. Das Programm funktioniert auch auf dem Smartphone.

Es gibt verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten, so kann ein automatisches Drehen des Bildes gestartet werden.

Eins ist allerdings zu erwähnen. Bei mir nahm das Plugin die Bilder in maximaler Auflösung nicht an. Die Ricoh Theta S nimmt max in 5.376 x 2.688 Pixel auf und das ist anscheinend zu viel. Ich hab die Bilder dann auf die Größe von 4K also 3.840 x 1920 Pixel geschrumpft und dann ging es. Ob noch eine höhere Auflösung möglich ist habe ich noch nicht getestet.

Wie das Ganze dann in der Praxis aussieht sehr ihr hier.

Mein Fazit über die Ricoh Theta S

Ricoh Theta S Test (16)
Die Theta S fügt die Aufnahme selbstständig zu einem 360°-Bild zusammen und rechnet sich selbst dabei heraus. Sie selbst ist also auf dem Foto oder Video nicht zu sehen.

Ich bin von der Technik mehr als begeistert und die Ergebnisse lassen einem schon den Mund offen stehen. Es ist einfach was Neues. Die Qualität der Fotos geht absolut in Ordnung, nur leider schwächelt die Qualität der Videoaufnahme und der Akku etwas. Eine austauschbare Speicherkarte und Akku wären schon von Vorteil. Damit kann ich aber leben. Momentan fehlen sowieso noch die Alternativen. Durch Kopplung mehrerer Go-Pros kann man zwar auch 360°-Aufnahmen erstellen, aber da ist die Hardware schon extrem teuer. Außerdem braucht man noch die entsprechende App die schon allein 1.000€ kostet. Weiter muss man anschließend noch manuell die Aufnahmen in der App zu einem Video zusammenfügen, was ein enormer Aufwand ist. Dies wird hier von der Theta S selbst übernommen. Aus diesem Gesichtspunkt ist die Ricoh Theta S ein absolutes Schnäppchen.

Ich bin begeistert.